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Ein weltliches Thema, das innere Arbeit blockiert: Existenzangst

Ich weiß, dass dieses Thema hier ungewohnt ist, deshalb steht es auch unter Sonstiges. Ich schreibe es trotzdem, weil ich glaube, dass es für mehr Menschen hier relevant ist, als offen darüber sprechen würden.

Meine Erfahrung: Ich habe jahrelang meditiert, an mir gearbeitet, mich mit Achtsamkeit beschäftigt und dabei einen Bereich konsequent ausgeklammert, nämlich meine finanzielle Situation. Nicht bewusst. Es fühlte sich einfach so an, als gehöre das nicht dazu, als sei es eine niedere Ebene, mit der man sich nicht aufhalten sollte.

Das Ergebnis war eine merkwürdige Zweiteilung. Auf dem Kissen war ich ruhig, und sobald ich aufstand, war die Anspannung wieder da. Ich habe das lange für ein spirituelles Problem gehalten und daran gearbeitet. Es war aber kein spirituelles Problem, sondern ein sehr praktisches: Ich hatte keine Rücklagen und einen unsicheren Job.

Der Körper unterscheidet nicht zwischen einer echten Bedrohung und einer chronischen Unsicherheit. Wer nicht weiß, wie er im Fall eines Ausfalls drei Monate übersteht, steht dauerhaft unter einer Grundspannung. Und aus dieser Spannung heraus lässt sich schlecht loslassen, egal wie gut die Technik ist.

Ich habe deshalb irgendwann angefangen, diesen Bereich genauso ernst zu nehmen wie alles andere. Als Erstes eine Rücklage angelegt, die mehrere Monate überbrückt. Allein das hat mehr verändert als zwei Jahre Praxis davor, was mich damals ziemlich ernüchtert hat.

Der zweite Schritt war, das Ersparte nicht nur liegen zu lassen. Ich habe mich mit Aktien beschäftigt, die regelmäßig ausschütten, und mir das mit einem Kurs beigebracht: der Dividenden Strategie Masterclass von Andreas Hollmotz, der als Dividenden Backpacker bekannt ist.

Elf Kapitel, jenseits von 65 Einheiten, in Summe über elf Stunden. Es geht um die Suche nach Kandidaten, deren Prüfung und die Zeitpunktfrage. Enthalten ist ein Newsroom-Zugang für nachgereichtes Material, gezahlt wird einmalig ohne Abo. Der Anbieter spricht von inzwischen mehr als 700 Teilnehmern.

Was mich überrascht hat: Die Grundhaltung, die dort vermittelt wird, ist der spirituellen Praxis ähnlicher, als ich erwartet hätte. Es geht um Geduld, um lange Zeiträume, darum, nicht auf jede Bewegung zu reagieren und Entscheidungen nicht aus einem aufgewühlten Zustand heraus zu treffen. Das sind Dinge, die wir hier eigentlich üben.

Was ich klar sagen muss, damit hier keine falsche Erwartung entsteht: Geld anlegen ist kein Weg zu innerer Ruhe, und es kann auch schiefgehen. Kurse fallen, teils deutlich. Eine Dividende ist keine Zusage, sondern wird jedes Jahr neu beschlossen und kann gekürzt werden. Wer angelegtes Geld bald braucht, erzeugt zusätzlichen Stress statt weniger.

Zur Offenheit gehört: Ich verdiene über meinen Partnerlink an Käufen mit. Wen es interessiert, der findet die einzelnen Module dort im Detail beschrieben. Ohne meinen Link reicht der Kursname zum Auffinden.

Was ich eigentlich sagen will: Ich glaube, in unserem Umfeld gibt es eine gewisse Scheu, sich mit Geld zu beschäftigen, weil es als unspirituell gilt. Meine Erfahrung ist, dass diese Scheu genau das Gegenteil bewirkt. Ein ungeklärter Bereich zieht Aufmerksamkeit, gerade weil man ihn meidet.

Für mich war die stimmigste Formulierung am Ende diese: Ich brauche nicht viel, aber ich brauche Klarheit darüber, wie es aussieht. Genügsamkeit und Ahnungslosigkeit sind nicht dasselbe, auch wenn sie sich manchmal ähnlich anfühlen.

Ein Gedanke, der mir dabei wichtig geworden ist: Sich um die eigenen Verhältnisse zu kümmern, ist keine Abkehr von einem inneren Weg, sondern räumt eine Baustelle ab, die sonst dauerhaft Aufmerksamkeit bindet. Verantwortung für das Praktische zu übernehmen war für mich am Ende Teil derselben Arbeit, nicht ihr Gegenteil.

Mich interessiert eure Sicht: Klammert ihr das Thema Geld in eurer Praxis aus, oder gehört es für euch dazu? Und habt ihr die Erfahrung gemacht, dass äußere Sicherheit die innere Arbeit erleichtert?